Inhalt

1. Allgemeine Hinweise 
2. Spezielle Hinweise 
3. Algorithmus der Erdungsmaßnahmen (Zusammenfassung) 
4. Algorithmus der Erdungsmaßnahmen (ausführlich) 
5. Ableitung der Erdungsstelle prüfen



Hinweise für den Einsatz

 

1. Allgemeine Hinweise


Zur Ableitung der statischen Aufladung müssen alle im Förderstrom integrierten Einrichtungen, Behältnisse usw. leitend miteinander und mit der Erde verbunden werden.

In Bereichen, in denen während des Einsatzes ständig, über lange Zeiträume oder häufig mit explosionsfähigen Atmosphären zu rechnen ist, dürfen keine Klemm- oder Steckmaßnahmen durchgeführt werden. (Mit Ex-Meter überwachen!) Aus diesem Grund soll der Sternpunkt (Kabeltrommel) möglichst außerhalb des explosionsfähigen Bereiches liegen.

Es muss sichergestellt sein, dass alle Verbindungsstellen und der Erdungsspieß guten Kontakt haben. Alle Maßnahmen, bei denen es zu einem Ladungsausgleich (Zündfunken) kommen kann, sind möglichst außerhalb von explosionsgefährdeten Atmosphären durchzuführen.

Beim Umfüllen brennbarer Flüssigkeiten sind die Hinweise der TRGS 727 zu beachten.

Weitere Hinweise und Lehrpräsentationen unter www.hk-erdung.de im Download.

2. Spezielle Hinweise


Zur Vermeidung einer Explosion während der Erdungsmaßnahmen soll zuerst am havarierten Objekt in möglichst großer Entfernung zur Austrittstelle (explosions-fähigen Atmosphäre) geklemmt werden. Hierbei soll auch der Sternpunkt (Kabel-trommel) zunächst keine leitende Verbindung zur Erde haben und möglichst außerhalb der explosionsfähigen Atmosphäre liegen. Die leitende Verbindung zur Erde am Erdungsspieß o. ä. soll erst nach Beendigung der Erdungsvorgänge am havarierten Objekt hergestellt werden.

Achtung: Es kann schon vor dem Beginn der Maßnahmen der Feuerwehr oder bei der Durchführung zu elektrostatischen Aufladungen kommen!

Zusätzlich sollen Klemm- und Steckvorgänge sowie alle anderen Maßnahmen, bei denen es zu einem Ladungsausgleich (Zündfunken) kommen kann, mit einem Explosimeter überwacht werden, damit diese möglichst nicht in einer explosions-fähigen Atmosphäre durchgeführt werden. Durch die Verwendung von leitenden Materialien und die Vermeidung von Maßnahmen, die zur statischen Aufladung führen (Reibung, Plane über den Boden ziehen), kann man die Zündgefahr weiter reduzieren.

Geerdet werden müssen in der Regel zunächst der havarierte Behälter aus dem Produkt austritt und der Auffangbehälter (möglichst leitend), der als „Sofortmaß-nahme“ unter das Leck gestellt wird. Anschließend wird die Förderstrecke zum Umpumpen des Produktes aufgebaut. Diese muss nur einmal geerdet werden, wenn sicher gestellt ist, dass eine leitende Verbindung über die gesamte Strecke besteht. Zuletzt wird das Bergebehältnis, dass möglichst auch leitend sein sollte, geerdet. Jetzt kann der Saugschlauch der Förderstrecke eingetaucht werden und der Pumpvorgang beginnen.

Während der gesamten Einsatzdauer müssen die Erdungsmaßnahmen überwacht und kontrolliert werden, dass sich keine Stecker oder Zangen gelöst haben!

 

3. Algorithmus der Erdungsmaßnahmen (Zusammenfassung)


 

 0  Bei Bedarf Aufnahmebehälter / Plane unter das havarierte Behältnis ziehen
1 Erdungsstelle außerhalb des Gefahrenbereiches suchen. (Erdungsspieß, Blitzableiter, Leitplanke, …)
2 Kabeltrommel aus Richtung Erdungsstelle zu zentralem Sternpunkt abrollen. Hier soll keine explosionsfähige Atmosphäre vorhanden sein. (Mit Ex-Meter überwachen!) Noch nicht mit der Erdungsstelle verbinden.
3 Erdungspunkt an havariertem Behälter, Fahrzeug, …, möglichst weit entfernt vom Leck bzw. explosionsfähiger Atmosphäre suchen. Dort das Verlängerungskabel mit einer Zange o.ä. befestigen und anschließend zur Kabeltrommel verlegen und dort anschließen.
4 Kabel der Kabeltrommel an die Erdungsstelle anklemmen.
5 Auffangbehälter / Plane erden und das Verlängerungskabel zur Kabeltrommel verlegen und dort anschließen.
6 Förderstrecke aufbauen
7 Förderstrecke erden und das Verlängerungskabel zur Kabeltrommel verlegen und dort anschließen. (Hier reicht ein Erdungspunkt aus, wenn die Förderstrecke eine leitende Verbindung hat.)
8 Bergebehältnis erden und das Verlängerungskabel zur Kabeltrommel verlegen und dort anschließen.
9 Förderstrecke eintauchen und weitere Maßnahmen durchführen.

 

 

 

4. Algorithmus der Erdungsmaßnahmen (ausführlich)


Die beschriebenen Abläufe sind nur Beispiele, die im Einsatz sinngemäß umgesetzt werden sollen.

 

 

 Ablauf 0

  • Auffangbehälter / Plane unter Leck stellen
  • Möglichst leitenden Auffangbehälter benutzen
  • Alternativ: sofort mit der Erdung beginnen
 

Ablauf 1

  • Erdungsstelle (z.B. Erdungsspieß, Blitzableiter, Bahnschienen, Leit-planken, …) außerhalb des Gefahrenbereichs suchen
  • Erdungsspieß an der Absperrgrenze ganz in die Erde schlagen
  • Bei trockenem Boden das Erdreich wässern
  • (diese Maßnahmen können parallel zu den folgenden laufen).

Ablauf 2

  • Kabeltrommel aus Richtung Erdungsstelle zu einem zentralen Stern-punkt abrollen.
  • Achtung: noch nicht mit der Erdungsstelle verbinden!
  • Der Sternpunkt soll außerhalb der explosionsfähigen Atmosphäre liegen.

Ablauf 3

  • Klemmzange am havariertem Objekt befestigen (möglichst große Entfernung zur Austrittstelle und außerhalb explosionsfähiger Atmosphäre)
  • Erdungskabel vom defekten Behälter zur Kabeltrommel verlegen und dort anschließen.

Ablauf 4

  • Kabeltrommel mit der Erdungsstelle verbinden

Ablauf 5

  • Erdungskabel vom Auffangbehälter zur Kabeltrommel verlegen und dort anschließen.
Ablauf6

Ablauf 6

  • Förderstrecke möglichst außerhalb der explosionsfähigen Atmosphäre aufbauen.
  • Saugleitung noch nicht eintauchen!
Ablauf7

Ablauf 7

  • Förderstrecke mit der Kabeltrommel verbinden
  • Ist die Förderstrecke zwischen beiden Enden leitend, wird nur einmal geerdet (möglichst am Erdungspunkt der Pumpe).
 Ablauf8

Ablauf 8

  • leitenden Bergebehälter vorbereiten
  • Bergebehälter mit der Kabeltrommel verbinden.
 Ablauf9  

Ablauf 9

  • Auslauf in den Bergebehälter bis auf den Behälterboden tauchen
  • Saugleitung in den zu entleerenden Behälter tauchen.

 

5. Ableitung der Erdungsstelle prüfen

Hierbei nur für diese Art der Messung geeignete Messgeräte verwenden!

  • Gebrauchsanweisung des Messgerätes beachten
  • es kann geprüft werden, ob der Erdungsspieß ausreichend sicher zur Erde ableitet (1.11)
  • es kann geprüft werden, ob die geerdeten Teile ausreichend sicher zur Erde ableiten (3.21)
  • in beiden Fällen darf der Widerstand 106 Ohm nicht überschreiten. Nach Möglichkeit sollte der Widerstand gegen 30 Ohm tendieren.
  • in der Regel erfolgt die Messung außerhalb des Gefahrenbereiches. Andernfalls muss ein explosionsgeschütztes Messgerät eingesetzt werden.
 Bild1 Prüfen der Erdungsstelle 1.1
  • Bei Bedarf kann geprüft werden, ob der Erdungsspieß ausreichend sicher zur Erde ableitet
  • Zweiten Erdungsspieß in ca. 50 cm Entfernung zum ersten Spieß in die Erde schlagen.
  • Mit geeigneten Messgerät prüfen, ob der Widerstand zwischen den Erdungsspießen kleiner 106 Ohm ist. Nach Möglichkeit sollte ein wesentlich kleinerer Widerstand erreicht werden.
 Bild2  

Prüfen der Erdungsstelle 3.1

  • Bei Bedarf kann geprüft werden, ob die geerdeten Teile ausreichend sicher zur Erde ableitet
  • Mit geeignetem Messgerät prüfen, ob der Widerstand zwischen den geerdeten Teilen und dem Erdungsspieß kleiner 106 Ohm ist.
    Nach Möglichkeit sollte ein wesentlich kleinerer Widerstand erreicht werden.

 

Bei einigen Werkfeuerwehren und Berufsfeuerwehren werden auch andere Vorgehensweisen praktiziert, die gegenüber dem beschriebenen Algorithmus Vor- und Nachteile haben.


 

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